Retinoide
Auch: Retinol, Retinal, Retinylpalmitat, Tretinoin (verschreibungspflichtig)
gut belegt
Was die Daten hergeben
Retinoide regen die Zellerneuerung an und beeinflussen den Kollagenstoffwechsel. Für feine Linien und ungleichmäßige Hautstruktur ist die Datenlage die beste aller kosmetischen Wirkstoffe.
Und wo sie aufhören
Die überzeugendsten Daten stammen von Tretinoin — einem verschreibungspflichtigen Arzneimittel, nicht von Kosmetik. Das frei verkäufliche Retinol wird in der Haut erst in mehreren Schritten umgewandelt und wirkt entsprechend schwächer; Retinylpalmitat noch einmal deutlich schwächer als Retinol. Wer Studienergebnisse zu Tretinoin auf eine Drogerie-Creme überträgt, vergleicht zwei verschiedene Dinge.
Konkret
| Sinnvolle Konzentration | Retinol üblich 0,1 bis 1 %; einsteigen niedrig und langsam steigern |
|---|---|
| Ab wann sichtbar | Struktur oft nach 8 bis 12 Wochen, feine Linien realistisch erst nach 6 Monaten regelmäßiger Anwendung |
Worauf du achten solltest
- Rötung, Schuppung und Spannen in den ersten Wochen sind häufig — deshalb einschleichen: zunächst zwei Abende pro Woche.
- In Schwangerschaft und Stillzeit wird von Retinoiden abgeraten. Das ist keine Randnotiz, sondern der wichtigste Satz dieses Abschnitts.
- Macht die Haut lichtempfindlicher — ohne täglichen Sonnenschutz arbeitet man gegen sich selbst.
Nicht in derselben Anwendung
- AHA/BHA in derselben Anwendung — zusammen reizt es die Haut stärker, ohne dass ein Zusatznutzen belegt wäre. Besser an verschiedenen Abenden.
Quellen
Einordnung. Das hier sind Informationen zu kosmetischen Wirkstoffen, keine medizinische Beratung. Kosmetik pflegt die Haut, sie behandelt keine Erkrankungen. Wenn dich etwas an deiner Haut beunruhigt oder verändert, gehört das in eine dermatologische Praxis — nicht auf eine Website.