Wie wir einsortieren
Die drei Stufen
| Stufe | Was sie bedeutet |
|---|---|
| gut belegt | Mehrere unabhängige Untersuchungen an Menschen zeigen in dieselbe Richtung. |
| teilweise belegt | Es gibt brauchbare Daten, aber Einschränkungen bei Studiengröße, Unabhängigkeit oder Übertragbarkeit. |
| schwach belegt | Der beworbene Nutzen geht deutlich über das hinaus, was die Datenlage trägt. |
Jede Aussage bekommt ihre Grenze
Auf jeder Wirkstoffseite steht neben dem, was die Daten hergeben, ein Abschnitt „Und wo sie aufhören“. Der ist Pflicht, nicht Zierrat: In welcher Konzentration wurde gemessen, über welchen Zeitraum, an wie vielen Menschen — und wurde überhaupt an Menschen gemessen oder in der Petrischale? Ein In-vitro-Ergebnis ist kein Versprechen für ein Gesicht.
Ein Beispiel: Die überzeugendsten Daten zu Retinoiden stammen von Tretinoin — einem verschreibungspflichtigen Arzneimittel. Wer sie auf eine Drogerie-Creme mit Retinol überträgt, vergleicht zwei verschiedene Dinge. Genau das steht bei uns dabei.
Was wir nicht können
- Wir testen nicht. Kein Labor, keine Probandinnen, keine Messungen. Was hier steht, ist die Einordnung veröffentlichter Untersuchungen und deklarierter Herstellerangaben.
- Wir kennen deine Haut nicht. Verträglichkeit ist individuell; was der Studienlage nach wirkt, kann bei dir reizen.
- Wir sind keine Ärztinnen und Ärzte. Kosmetik pflegt, sie behandelt keine Erkrankungen. Bei Beschwerden gehört die Einschätzung in eine dermatologische Praxis.
- Die Datenlage ändert sich. Jede Wirkstoffseite trägt ein Prüfdatum. Ist es alt, ist die Seite nicht falsch — aber sie ist alt.
Warum das nüchtern klingt
Weil der Rest des Marktes es nicht tut. In einer Nische, in der „sichtbar jüngere Haut in 14 Tagen" der Normalfall ist, ist Zurückhaltung die auffälligere Aussage — und die einzige, die man in sechs Monaten noch vertreten kann.